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Die Sahara

In den Vorstellungen vieler Menschen ist dieses größte Wüstengebiet unserer Erde nichts anderes als eine sandbedeckte Einöde, absolut trocken, vegetationslos und lebensfeindlich. Die Wirklichkeit aber sieht anders aus. So besteht die Sahara lediglich nur etwa aus 20% Sandgebieten (Erg/Idhan). Dünen, in den mannigfaltigsten Formen, oft mehr als 200 m hoch aufgeweht, sind hier zu finden. Die Terrestrik der Sahara wird weitaus stärker geprägt von Gebirgsmassiven, weiten Hochplateaus, blocküberlagerten Ebenen, Hamada- und Regwüsten (Serir). Doch immer wieder gehen aus diesem riesigen Land verträumte Oasen hervor, die ihren Bewohnern reichlich Wasser und grüne Gäten in schattigen Palmenhainen bescheren. Die Geologie der Sahara wird durch ein einst gewaltiges, präkambrisches Urgebirge aus Sandstein, Graniten, Gneisen, Schiefern, Basalten und Lavagesteinen bestimmt. Über Jahrmillionen hinweg gestalteten erodierende Kräfte das heute so differenzierte Relief der Sahara, das in seiner Vielfältigkeit kaum übertroffen ist. Mächtige Lavakegel, bizarre Felsformen, zerklüftete Gebirgszüge und vielfach grotesk geformte Sandsteinerosionen lassen von den gewaltigen, ungezügelten Naturkräften, die hier gewirkt haben und noch immer das Gesicht dieser Wüste gestalten, ahnen. Die Sahara zeigt aber nicht nur terrestrische Eigenarten: So wurden zahlreiche Funde aus der Jungsteinzeit entdeckt, die Rückschlüsse auf die Siedlungsgeschichte der Sahara zulassen. In den gewaltigen Gebirgsmassiven wie Air, Hoggar, Tefedest, Tibesti, Tassili N`Ajjer und im libyschen TASSILI MARADRET, TADRART-Massiv, AKAKUS-Gebirge, TASSILI DU ARAMAT, WADI MATHENDOUS entdeckte man viele steinzeitliche Felsgravuren und Felsmalereien, wie Jagdmotive, Kampfszenen sowie rituelle Darstellungen der einst hier siedelnden Völker, aber auch Motive vieler Wildtiere, die in ihrem Artenreichtum heute lediglich nur noch in den Savannen Zentral- und Ostafrikas anzutreffen sind und vor Jahrtausenden auch im heutigen Gebiet der Sahara lebten. Zeugnisse einer so mannigfaltigen Natur lassen erkennen, dass das Gebiet der Sahara einst ein flora- und fanareiches Terrain war und drastische Klimaveränderungen mit stetig steigenden Temperaturen sowie ausbleibenden Niederschlägen ihre Entwicklung zur größten Wüste unserer Erde besiegelten.

Allgemeines

  • HAMADAT AL HAMRAH  Riesiges, nur vom Horizont begrenztes Plateau. Restgebirgslandschaften, Hamada und endlose Serir/Reg-Ebenen.
    Steinwüste in ihrer reinsten Form.  
  • MANDARA-GABARON-SEEN & OASEN   Traumhafte Seen und Palmen-Oasen im Dünenmeer des Idhan Ubari.  
  • WADI IN HABETER und WADI MATHENDOUS   8000 Jahre alte, jungsteinzeitliche Felsgravuren in Basalt geneißelt (UNESCO Weltkulturerbe)  
  • MESSAK MELLET   Weite Hochebene zwischen Akakus, Tadrart und Idhan Murzuq. 
  • TASSILI DU MARADRET   Nahe der libysch-algerischen Grenze gelegenes Plateau. Pittoreske Felserosionen und dünendurchzogene Täler bestimmen das Landschaftsbild ... Ein Höhepunkt ist der "Steinwald" im Wadi Maradret.
  • AKAKUS   Fantastisch erodierte Gebirgslandschaft mit wunderschönen Landschaftspanoramen. Ein echter Augenschmaus. Wandergebiet der Kel Tadrart Tuareg  
  • TADRART- MASSIV   Gewaltiger Gebirgsstock mit traumhaft schönen Wadis und tiefen, befahrbaren Canyons. Jungsteinzeitliche Felsmalereien und Fels- gravuren vielerorts zu finden.
 

TASSILI DU MARADRET - AKAKUS- und TADRART-GEBIRGE 

Im Süden der libysch-algerischen Sahara liegt wohl eines der schönsten Gebirgsmassive unserer Erde, das algerische TASSILI N` AJJER, das sich in Libyen in gleicher geologischer Formation als TASILI DU ARAMAT - AKAKUS und TADRART forsetzt. Die dort lebenden Tuareg nennen diese gewaltige Gebirgslandschaft "Plateau der Flüsse", an einstige Feuchteperioden während der Frühgeschichte der Sahara erinnernd. Eine riesige Hochebene, die sich über 800 km von Westen nach Osten und fast 300 km Breite nach Süden, von schier unglaublicher, wirklich einmaliger Schönheit erstreckt. Tiefe Canyons durchziehen dieses schwer zugängliche Bergland, steil aufragende, zu bizarren Formen verwitterte Sandsteinfelsen, Steinbögen und verwirrende Felslabrinthe charakterisieren eine auf Erden wohl einmalige Landschaft. Dieses Gebiet traumhaft schöner Landschaften ist zu all dem kulturhistorisch von besonderem Wert, denn hier, in den mit reichlich Vegetation und Wasserstellen durchzogenen Wadis, wurden die wissenschaftlich bedeutendsten Funde neolotischer Felsmalereien und Felsgravuren sowie Lagerstätten jungsteinzeitlicher Sippen entdeckt. Die wichtigsten Epochen der Siedlungseschichte der Sahara, ihre damalige Flora und Fauna und Zeugnisse einer anhaltenden Änderung vom humiden zu extrem ariden Klima, finden sich vielerorts in Felsbilder und Sedimenten dokumentiert.